Vardenafil ist ein Medikament, das bei erektiler Dysfunktion eingesetzt wird. Daraus erschließt sich, dass die Einnahme ausschließlich Männern vorbehalten ist. Das zur Gruppe der PDE-5-Hemmer zählende Medikament ist in Europa verschreibungspflichtig.

Wichtig ist der Hinweis, dass es sich bei Vardenafil (Handelsname: Levitra) nicht um ein luststeigerndes Präparat handelt, sondern nur bei der umgangssprachlichen Impotenz zum Einsatz kommt. Männern mit Erektionsschwierigkeiten können mit Vardenafil wieder aktiv am Sexualleben teilnehmen.

Was ist Vardenafil?

Mit Medikamenten wie Sildenafil (Handelsname: Viagra) und Tadalafil (Handelsname: Cialis) steht Vardenafil in der Gruppe der erektionsfördernden Präparate. Mit dem darin enthaltenen Enzym Phodiesterase-5 wird die Erektionsfähigkeit des Penis gefördert, sodass ein lustvolles Sexualleben wieder möglich wird.

Durch eine herbeigeführte Entspannung der inneren Gefäßmuskulatur im Penis wird die verstärkte Blutzufuhr wieder ermöglicht, in der Folge bleibt der Penis während des Sexualakts versteift. Vardenafil hat innerhalb der Gruppe weiterer PDE-5-Inhibitoren die größte Hemmkraft von PDE5 und eignet sich daher für Männer mit schwerwiegender erektiler Dysfunktion. Im Vergleich dazu hat Sildenafil die schwächste Hemmung und wird nur bei leichter bzw. kurzzeitig auftretender Impotenz eingenommen.

Potenzmittel Levitra
Vardenafil wird zur Behandlung von der erektilen Dysfunktion beim Mann verschrieben und ist in Form des Medikamentes Levitra erhältlich.

Anwendungsgebiete

Vardenafil wird ausschließlich bei bestehender Impotenz verabreicht. Das Präparat hat keine Wirkung zur Vorbeugung von erektiler Dysfunktion (Erektionsstörungen). Angewendet wird Vardenafil als potenzsteigerndes Mittel, um während des Geschlechtsaktes den Penis aufrecht halten zu können. Für Frauen, Schwangere und Kinder ist das Präparat nicht vorgesehen und sollte dementsprechend nicht eingenommen werden.

Wirkungsweise - wie wirkt Vardenafil

Vardenafil wirkt dadurch, dass die Blutgefäße im Penis erweitert werden. Dadurch fließt mehr Blut in den Penis – die Voraussetzung für eine harte Erektion. Gleichzeitig ist jedoch eine sexuelle Stimulation notwendig, so wie bei beim gesunden Mann auch. Vardenafil hat eine angemessene Wirkungsdauer. Ausgegangen kann von einem Zeitfenster von ca. vier Stunden, teilweise auch bis zu sechs Stunden.

Wirkung von Potenzmitteln, PDE5-Hemmern

Effektive Wirkungsweise von Vardenafil

Bei dem Medikament kommen PDE-5-Hemmer zum Einsatz. Durch sie werden Enzyme besetzt, die für das Erschlaffen des Penis verantwortlich sind. Dabei handelt es sich um cGMP, einem Botenstoff, der für die Gefäßregulierung verantwortlich ist. Mit der Hemmung dieses Botenstoffes durch PDE-5 werden die Gefäße erweitert.

Eine fast natürliche Situation ist somit geschaffen, die dann im nächsten Schritt ebenfalls die sexuelle Stimulation erfordert. Damit wird klar, dass PDE-5-Hemmer nicht als Potenzmittel fungieren, sondern ausschließlich die Fähigkeit zur Erektion deutlich verbessern.

Studien haben gezeigt, dass Vardenafil nicht in jedem Fall wirkt. So haben drei Viertel der Probanden sehr gute Ergebnisse erzielen können. Vor allem die seelische Anspannung vor dem Geschlechtsakt kann die Erektion negativ beeinflussen. Männer sollten sich daher auch innerlich entspannen und gegebenenfalls später einen neuen Versuch starten.

Welche Nebenwirkungen von Vardenafil können auftreten?

Bei Medikamenten kann es zu Nebenwirkungen kommen. Diese können – müssen aber nicht in jedem Fall auftreten. Es ist wichtig, diese zu kennen, um unerwünschte Nebenwirkungen eventuelle mit dem Arzt zu besprechen, um die Dosis dementsprechend anzupassen.

Die Studienergebnisse haben gezeigt, dass einige Patienten teilweise eine plötzliche Verringerung des Sehvermögens beobachteten. Diese Abnahme ist in seltenen Fällen auch mit dem Verlust des Sehfähigkeit zu beschreiben.

Bei etwaigen, plötzlichen Problemen des Sehvermögens sollte die Einnahme sofort abgesetzt und der Arzt aufgesucht werden. Ebenso wurde in Einzelfällen eine plötzliche Schwerhörigkeit bzw. Taubheit beobachtet.

Vardenafil Nebenwirkungen
Quelle: Sanego.de

Häufige Nebenwirkungen

Bei mehr als einem Probanden von zehn wurden Kopfschmerzen beschrieben. Ebenso wurde über Gesichtsrötung, Schwindel oder eine laufende bzw. verstopfte Nase berichtet. Verdauungsstörungen und Schläfrigkeit gehören ebenso zu den häufigen Nebenwirkungen.

Gelegentliche Nebenwirkungen von Vardenafil

Gelegentlich, und das bedeutet eine Rate von bis zu einem unter 100 Anwendern, traten Schlafstörungen auf. Betroffen waren auch die Schleimhäute. Hier kam es zu Schwellungen der Haut und der Schleimhaut, eingeschlossen die Lippen, das Gesicht oder der Rachen. Ferner gibt es eine eingeschränkte Wahrnehmung bis zu Taubheit bei körperlicher Berührung.

Neben der Wirkung auf die Sehfähigkeit gibt es gelegentlich auch eine veränderte Wahrnehmung von Farben oder unklare Schmerzen in den Augen. Zusätzlich kann es zu Lichtempfindlichkeit und Unbehagen kommen.

Ferner kann es zu Schwindel, einem schnelleren Herzschlag, Atemnot oder plötzlichem Klingeln in den Ohren kommen. Selten wurden höhere Werte der Leberenzyme beobachtet. Ebenfalls gelegentlich wurden Rücken- bzw. Muskelschmerzen beobachtet. In Zusammenhang dessen stieg der Wert des Muskelenzyms im Blut an. Sowohl Muskelsteifheit als ebenso anhaltende Erektionen sind gelegentliche Nebenwirkungen.

Seltene Nebenwirkungen von Vardenafil

Die seltenen Nebenwirkungen treten bei einem von bis zu 1000 Anwendern auf. Hier wurden Angstzustände, allergische Reaktionen, Gedächtnisschwund oder Ohnmacht beobachtet. Ein erhöhter oder niedriger Blutdruck ist ebenso eine der seltenen Nebenwirkungen. Hier muss auch die Angina pectoris genannt werden, also Auswirkungen auf das Herz sowie Brustschmerzen. Sehr selten, und damit weniger als ein Anwender unter 10.000 trat Blut im Urin, Blut im Sperma oder eine Penisblutung auf.

Gegenanzeigen zur Einnahme von Vardenafil

Bei einer oder mehrerer der genannten Gegenanzeigen darf Vardenafil nicht eingenommen werden. Dies ist der Fall, wenn der Anwender allergisch auf Vardenafil oder einzelne Substanzen des Präparates reagiert.

Allergische Reaktionen zeigen sich in der Regel durch das Anschwellen des Gesichts oder der Lippen, durch Jucken, Hautausschlag oder auch einer plötzlichen Kurzatmigkeit. Nicht eingenommen werden darf das Medikament wenn, der Anwender zusätzlich Präparate einnimmt, die Nitrate enthalten. Hier können unerwünschte Wechselwirkung mit schwerwiegenden Veränderungen des Blutdrucks auftreten.

Ebenso gilt die Einnahme von Indinavir oder Ritonavir als Gegenanzeige zur Einnahme von Vardenafil. Männer über 75 Jahre, die Präparate zur Behandlung einer Pilzerkrankung einnehmen. Hierbei sind vor allem die Wirkstoffe Ketoconazol oder Itraconazol zu nennen.

Ferner dürfen Männer mit bestehenden Leber- oder Herzerkrankungen Vardenafil nicht einnehmen. Weitere Gegenanzeigen sind kurz zuvor stattgefundene Herzinfarkte oder Schlaganfälle oder Patienten bei der Dialyse.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Wechselwirkungen treten in Zusammenhang mit der Einnahme von weiteren Medikamenten auf. Diese müssen beachtet werden, da hier die Wirkung der einzelnen Präparate verstärkt oder geschwächt werden kann.

Ob es zu einer Wechselwirkung kommt, hängt von individuellen Faktoren ab, die der Patient beobachten sollte. Wichtig ist im Einzelfall das Gespräch mit dem Arzt, um eventuell auftretende Wechselwirkung abzuschätzen.

Vardenafil darf nicht eingenommen werden, wenn der Patient Arzneimittel mit Inhaltsstoffen wie Ritonavir, Molsidomin, Glyceroltrinitrat, Isosorbid mononitrat, Indinavir, Pentaerythrityl tetranitrat oder Isosorbid dinitrat einnimmt. Hier besteht ein großes Risiko für lebensbedrohliche Wechselwirkungen.

Studien zur Wirksamkeit von Vardenafil

Die Proven-Studie untersuchte die Wirksamkeit von Vardenafil. Dabei konnten sehr gute Ergebnisse erzielt werden. Aufgrund dessen kann die Behandlung mit Vardenafil als erfolgreich bezeichnet werden.

Basis für die Studie waren Teilnehmer, die eine dementsprechende Vorgeschichte mitbrachten und unter erektiler Dysfunktion litten. Gleichzeitig sprachen diese Probanden nicht oder nicht zufriedenstellend auf Viagra an.

Zu den Kriterien gehörten ein mehrfacher Versuch des Geschlechtsakts mit dem Präparat Viagra, bei der es nicht zu einem erfolgreichen Geschlechtsverkehr kam. Ebenfalls wichtig war die Voraussetzung, dass eine hohe Dosis ausprobiert wurde, die keine positiven Ergebnisse zustande brachte.

Nach zwölf Wochen der Behandlung wurde eine signifikante Verbesserung der Penetrationsrate festgestellt. Diese erhöhte sich vom Beginn der Studie von 65,2 innerhalb dieser Testphase auf 94,5 Prozent. Probanden konnten erfolgreich den Geschlechtsakt durchführen und vor allem auch abschließen. Damit stieg die Zufriedenheit auf 87,1 Prozent von einem beginnenden Prozentsatz von 24,6 zu Anfang der Studie.

Nach erfolgreichem Abschluss der Studie bestätigte der leitende Arzt Dr. Culley C. Carson, dass die Therapie mit Vardenafil erfolgreich seien und Männern mit erektiler Dysfunktion zu neuem Erleben des Geschlechtsverkehr verhelfen.

Wie in Studien üblich, wurden auch bei dieser Studie Placebos eingesetzt, die die Wirksamkeit von Vardenafil letztendlich bestätigten. Damit können sich Männer auf ein zufriedenstellendes Sexualleben freuen, da die Wirksamkeit von Vardenafil gegenüber Viagra weitaus höher ist.

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Quellen:

  1. Tadalafil und Vardenafil. In: Pharmazeutische Zeitung online, Fachzeitschrift im Internet für Pharmazie, Medizin, Gesundheitspolitik und Wirtschaft. Herausgeber: Govi-Verlag Pharmazeutischer Verlag GmbH. URL: pharmazeutische-zeitung.de
  2. Vardenafil for Treatment of Men With Erectile Dysfunction: Efficacy and Safety in a Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled Trial In: Wayne J.G. Hellstrom et al. URL: onlinelibrary.wiley.com
  3. Vardenafil, a New Phosphodiesterase Type 5 Inhibitor, in the Treatment of Erectile Dysfunction in Men With Diabetes In: Irwin Goldstein MD et al. URL: care.diabetesjournals.org
  4. Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels: Levitra. In: European Medicines Agency. URL: ema.europa.eu
  5. Neue PROVEN-Studie zu Levitra – erfolgreiche Behandlung erneut belegt. In: Krahse & Pachernegg Verlag. URL: kup.at
  6. The efficacy and tolerability of vardenafil, a new, oral, selective phosphodiesterase type 5 inhibitor, in patients with erectile dysfunction: the first at-home clinical trial. Porst H. et al. URL: europepmc.org
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