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Es kann zeitaufwändig und manchmal auch unangenehm sein, den Arzt um ein Rezept für ein benötigtes Medikament zu ersuchen. Deshalb suchen immer mehr Verbraucher nach einer Möglichkeit, die Verschreibungspflicht, die der Gesetzgeber vielen Medikamenten auferlegt hat, zu umgehen.

Das wissen leider auch einige Betrüger. Sie haben sich darauf spezialisiert, Arzneimittel rezeptfrei anzubieten, das Geld der Kunden einzustecken und die bestellten Präparate nie zu liefern.

Schon gewusst?

Bei Online-Arztpraxen können Sie ihr Medikament schnell und diskret online anfordern ++ Schnelle und bequeme Express-Lieferung europäischer Originalmedikamente in neutraler Verpackung bis zu Ihrer Haustür ++ EU-registrierte Ärzte und Apotheke

Wie sicher und seriös sind "Apotheken rezeptfrei"?

In Zeiten des Internets können fast alle Produkte online gekauft werden – natürlich auch Arzneimittel. Bereits seit 2004 ist es Apotheken gestattet, verschreibungspflichtige und apothekenpflichtige Medikamente zu verschicken.

Dafür müssen sie allerdings hohe Anforderungen erfüllen und eine offizielle Erlaubnis für den Versand von Arzneimitteln besitzen. Insgesamt besaßen im Jahr 2019 rund 3.000 Apotheken eine solche Erlaubnis. Dennoch muss der Apotheke für den Versand rezeptpflichtiger Medikamente ein Rezept des betreffenden Patienten vorliegen – ansonsten ist ein Versand von Rechtswegen nicht gestattet.

Einige Shops, in denen Medikamente bestellt werden können, werben inzwischen damit, dass sie auch verschreibungspflichtige Präparate versenden – ohne vorher ein Rezept sehen zu wollen. Aus rechtlicher Sicht ist dieses Vorgehen nicht nur unseriös. Es handelt sich hierbei auch um einen Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz und gegen das Apothekengesetz. 

Apotheken rezeptfrei

Wobei der Verstoß gegen das Apothekengesetz nicht unbedingt gegeben sein muss, da es sich bei vielen dieser Shops, die rezeptpflichtige Medikamente rezeptfrei anbieten um keine echte Apotheke handelt. 

Wie erkennen Verbraucher Fake-Shops wie z.B. "apotheke-rezeptfrei.net" & "rezeptfrei-bestellen.net"?

Auf den ersten Blick sehen die Website und der Onlineshop von Fake-Apotheken sehr seriös aus. Sie ähneln häufig den seriösen und in Deutschland zugelassenen Versandapotheken. Der Grund dafür ist, dass nur so das Vertrauen des Verbrauchers gewonnen werden kann.

Wer allerdings einen Blick hinter die hübsche Fassade wirft, der findet schnell die ersten Anzeichen, die auf einen Fake-Shop hinweisen.

Bevor Verbraucher auf einer ihnen bislang unbekannten Website bestellen – dabei ist es völlig egal, ob es sich um eine Onlineapotheke oder einen anderen Onlineshop handelt -, lohnt es sich einen Blick auf das Impressum zu werfen. Dieses ist in Deutschland Pflicht und muss auf jeder Website vorzufinden sein. Ist kein Impressum vorhanden, sollte der Shop sofort geschlossen werden.

Kein Impressum

Ist ein Impressum vorhanden, ist das zwar ein erstes gutes Zeichen, aber noch lange kein Garant für einen seriösen Shop. Wird das Impressum aufgerufen, muss dort die Adresse des Unternehmens aufgeführt sein. Gesetzlich verpflichtet ist der Shop-Betreiber außerdem, neben der Adresse auch die Rechtsform des Unternehmens anzugeben. 

Einen deutlichen Hinweis auf die Seriosität eines Onlineshops geben die Registrierungsdaten des dahinterstehenden Unternehmens. Stimmen dessen Daten mit den Angaben im Impressum nicht überein, ist das ein guter Grund stutzig zu werden.

Sind bis jetzt noch keine Ungereimtheiten aufgetreten, lohnt es sich, den Serverstandort des Shops abzurufen. Im Idealfall befindet sich der Server an demselben Ort, wie der Sitz des Unternehmens. Wird der Onlineshop von fremder Seite gehostet, ist ein Standort innerhalb der Europäischen Union wünschenswert. 

Im Impressum oder an anderer Stelle sollte der Anbieter auf Kontaktmöglichkeiten hinweisen. Sind weder eine E-Mail-Adresse noch eine Telefonnummer hinterlegt, ist das ein schlechtes Zeichen. Sind Kontaktmöglichkeiten vorhanden, sollte das Unternehmen über diese auch erreichbar sein – ein kurzer Anruf bei der Telefonnummer oder eine E-Mail an die angegebene Adresse kann hier sehr weiterhelfen.

Keine Daten-Verschlüsselung

Ein weiterer Hinweis auf die Seriosität beziehungsweise Unseriosität eines Shops ist das kleine Schloss links in der Adresszeile des Browsers. Ist dieses geschlossen, verfügt die Website über eine Verschlüsslung.

Ist das Schloss geöffnet, ist keine Verschlüsselung vorhanden und es können gegebenenfalls Dritte die Daten, die der Verbraucher für den Bezahlvorgang einträgt, abgreifen. Auch der Zusatz “https” in der URL ist Hinweis auf eine Verschlüsselung, während “http” in der Regel nicht verschlüsselt ist.

Keine Allgemeinen Geschäftsbedingungen

Ist noch immer nicht sicher, ob der Shop seriös ist, lohnt es sich nach den AGB und den Bedingungen zum Widerrufsrecht anzusehen. Sind keine Allgemeinen Geschäftsbedingungen vorhanden und räumt der Anbieter kein Widerrufsrecht ein, ist es Zeit, die Website zu schließen. Denn hier besteht nun nicht einmal die Möglichkeit, das bezahlte Geld bei Nicht-Lieferung zurückzufordern.

Nur Vorkasse als Zahlungsart

Viele Fake-Shops bieten ausschließlich Vorkasse als Zahlungsart an. Das bedeutet, dass der Verbraucher das Geld für seine Bestellung überweist und der Händler erst dann das Paket versendet. So hat die vermeintliche Apotheke das Geld auf dem Konto, ohne das sie dem Verbraucher etwas dafür geben muss.

Kein EU-Sicherheitslogo

Ein No-Go für Shops, die Medikamente anbieten ist außerdem ein fehlendes Sicherheitslogo der Europäischen Union für behördlich registrierte Versandhändler.

Sollte der Shop alle oben aufgeführten Kriterien erfüllen aber nicht über dieses Logo verfügen, ist es ebenfalls empfehlenswert von dem Anbieter Abstand zu nehmen.

Unser Tipp!

Die Online Rezeptausstellung bietet Patienten eine sichere und diskrete Alternative, Ihre Behandlung mit Online Rezept zu bestellen.

Hierzu genügt die Beantwortung einiger Fragen des Online Fragebogens, welcher vom Arzt geprüft wird. Nach Feststellung der Eignung für Ihre Behandlung wird das Online Rezept ausgestellt und das Medikament an Ihre Wunschadresse versendet.

Klicken Sie hier um mehr zu erfahren.

Tipp der Redaktion von Online-Rezept.net

5/5

Sicherheitsnanalyse für Fake-Shops

Die apothekerezeptfrei.de bietet vor allem rezeptpflichtige Potenzmittel an – und das zu besonders günstigen Preisen. Doch mit der Lieferung könnte es hier Probleme geben.

  • Das Impressum bietet keine ausreichende Anbieteridentifikation.
  • Es fehlen funktionierende Kontaktmöglichkeiten.
  • AGB, Widerrufsformulierungen und Gewährleistungsbedingungen sind nicht vorhanden.
  • Bestellung nur via Vorkasse möglich.

rezeptfrei-bestellen.net

  • Kein Impressum vorhanden.
  • Neben rezeptpflichtigen Medikamenten werden auch illegale Suchtmittel angeboten.
  • Nur Vorkasse möglich.
  • EU-Sicherheitslogo fehlt.

eu-rezeptfrei.net

  • Kein in Deutschland rechtsgültiges Impressum.
  • Telefonisch nicht erreichbar.
  • Apotheke hat laut Impressum Sitz in Polen - Serverstandort sind die Seychellen.
  • Den Registrierungsdaten zufolge gehört die Website keiner in Polen ansässigen Apotheke sondern einer Offshore Hosting Solutions Ltd. Auf den Seychellen.
  • Sicherheitslogo der EU für behördlich registrierte Versandhändler fehlt.
  • keine HTTPS-Verschlüsselung vorhanden.
eu-rezeptfrei

ohne-rezept.org

  • Kein Impressum vorhanden.
  • Es fehlen AGBs und Widerrufsrecht.
  • Keine Kontaktmöglichkeiten vorhanden.
  • Serverstandort ist in Russland.
  • Nur Vorkasse möglich.

rezeptfreikaufen.net

Rezeptfreikaufen.net setzt auf ein hübsches und professionelles Design. Unter den rezeptpflichtigen Medikamenten, die hier bestellbar sein sollen findet sich unter anderem auch Ritalin. Von einer Bestellung bei diesem Anbieter ist dennoch abzuraten.

  • Kein Impressum vorhanden.
  • Haftungsausschluss, Hinweise zum Rücktrittsrecht, Datenschutzbestimmung und Angaben zur voraussichtlichen Lieferzeit fehlen vollständig.
  • Keine HTTPS-Verschlüsselung.
  • Keine Gütesiegel auffindbar.
  • Nur Vorauszahlung möglich.

Warum sollten Verbraucher bei "Apotheken rezeptfrei" keine Medikamente bestellen?

Gleich mehrere Gründe sprechen dafür, dass Verbraucher die Finger von vermeintlichen Apotheken lassen, die rezeptpflichtige Medikamente ohne Vorlage eines offiziellen Rezepts versenden.

1. Die meisten dieser Shops verlangen Vorkasse und machen keine andere Zahlungsart möglich.

Das bedeutet, dass der Verbraucher das Geld überweist und der Anbieter dieses sofort auf dem Konto hat – ohne etwas dafür tun zu müssen. So kommt es, dass die Medikamente in vielen Fällen nicht einmal versendet werden und der Verbraucher vollkommen leer ausgeht.

2. Manche Shops, die damit werben, verschreibungspflichtige Arzneimittel ohne Rezept zu verkaufen, schicken die bestellten Medikamente ab.

Der Verbraucher freut sich natürlilch. Allerdings gibt es keine Garantie, dass auch tatsächlich die Wirkstoffe in den Medikamenten enthalten sind.

Es kann vorkommen, dass die Arzneimittel von dem Anbieter durch Placebos oder gar durch verunreinigte Medikamente ersetzt wurden.

Besonders Letzteres kann eine große gesundheitliche Gefahr darstellen. Doch auch ein einfaches Placebo kann im schlimmsten Fall zum Tod führen, sollte das Medikament für den Verbraucher eine lebensnotwendige Funktion erfüllen.

3. Hat die vermeintliche Versandapotheke ihren Sitz im Ausland, kann es zu Problemen mit dem Zoll kommen – insofern überhaupt geliefert wird.

Nach Deutschland dürfen nur wenige ausländische Apotheken mit einer speziellen Zulassung liefern. Kann der Shop, bei dem bestellt wurde, eine solche Zulassung nicht vorweisen, bekommt auch der Verbraucher Probleme.

4. Mit Sitz im Ausland haben die Fake-Shops Zugriff auf Arzneimittel, die in Deutschland möglicherweise nicht erlaubt sind.

Ein Verbraucher, der ein solches, in Deutschland verbotenes Medikament nach Deutschland schicken lässt, begeht eine Straftat und kann mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen.

Online-Arztpraxen als legale und sichere Alternative zu "Apotheke rezeptfrei"

Es gibt durchaus legale und sichere Alternativen zu den Fake-Shops, die rezeptpflichtige Medikamente ohne Rezept anbieten. Die Rede ist von Online-Arztpraxen mit der entsprechenden europäischen Zulassung (s. auch Die besten Online Apotheken mit Rezept). 

Hier wählt der Verbraucher zunächst das Medikament aus, das er kaufen möchte. Handelt es sich um ein rezeptpflichtiges Arzneimittel, muss er einen Fragebogen dazu ausfüllen. In manchen Online-Arztpraxen findet auch ein Gespräch mit einem Arzt über Video-Chat statt.

Der Arzt überprüft anhand der Angaben, die während des Video-Chats oder in dem Fragebogen gemacht wurden, ob der Verbraucher das gewählte Medikament tatsächlich benötigt. Ist dies der Fall, wird ein Rezept ausgestellt und kann im Anschluss durch den Verbraucher eingelöst werden.

DoktorABC.com

Die Online-Arztpraxis doktorabc.com/de ist gleich mehrfach zertifiziert und reguliert. So hat das Unternehmen hinter dem Shop, die Sky Marketing Limited, eine Zertifizierung durch die “Medicines & Healthcare products Regulatory Agency”, den “General Pharmaceutical Council” und durch “LegitScript” erhalten. Die Bewertungen bei Trustpilot sind entsprechend positiv – derzeit immerhin 4,9 von 5 Sternen.

Weitere Informationen zu DoktorABC erhalten Sie auf der Seite “Ist DoktorABC legal und seriös? Erfahrungen & Test 2020“.

Treated

Treated ist eine bekannte Online-Arztpraxis und überzeugt mit einer großen Anzahl an positiven Rezensionen durch zufriedene Kunden. Weiterhin verfügt der Anbieter über eine Zertifizierung des “General Pharmaceutical Councils” und der “Medicines & Healthcare products Regulatory Agency”.

Weitere Informationen zu Treated erhalten Sie auf der Seite “Ist Treated legal und seriös? Erfahrungen & Test 2020“.

Zavamed (bisher DrEd)

Zavamed (bisher DrEd) wirbt mit mehr als vier Millionen Behandlungen und bietet vor allem rezeptpflichtige Medikamente gegen Erektionsstörungen, Asthma und zur Verhütung (Antibabypille, Minipille, Verhütungsring NuvaRing und Verhütungspflaster Evra) an.

Bei Trustpilot kann die Online-Arztpraxis sehr überzeugen und erhält ständig neue, positive Bewertungen. Dass es sich hierbei um einen seriösen Anbieter handelt, ist an den vielen Gütesiegeln zu erkennen. So verfügt Zavamed über ein Siegel des “Bundesverbandes Internetmedizin”, der “CareQuality Commission” und der “Medicines & Healthcare products Regulatory Agency”.

Weitere Informationen zu Zavamed (bisher DrEd) erhalten Sie auf der Seite “Ist Zavamed (bisher DrEd) legal und seriös? Erfahrungen & Test 2020“.

Quellen:

  1. Per Mausklick zum Arzt – Der Doktor wird digitaler. In: NRZ.de. URL: www.nrz.de, , abgerufen am 28. Dezember 2018.
  2. Gesetz über den Verkehr mit Arzneimitteln (Arzneimittelgesetz – AMG). URL: www.gesetze-im-internet.de
  3. Sachverständigenausschuss für Betäubungsmittel nach § 1 Abs. 2 BtMG. In: Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM, Bonn). URL: www.bfarm.de, agerufen am 29. Dezember 2018.
  4. Geschäft mit Schmerzmitteln: Opium fürs Volk. In: Spiegel.tv. URL: www.spiegel.tv, abgerufen am 25. Dezember 2018.
  5. Lothar Klein: Spiegel TV: Apotheker am Pranger. In: APOTHEKE ADHOC. URL: www.apotheke-adhoc.de, abgerufen am 25. Dezember 2018.
  6. DrEd: Riskanter Besuch beim Online-Arzt. In: test.de, URL: www.test.de
  7. DrEd.com: Stiftung Warentest nimmt Online-Ärzte in die Mangel. URL: spiegel.de
  8. Christian Solmecke (Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKEBetrug): “Warnung vor Fake Apotheke rezeptfrei-bestellen.net“. In: WILDE BEUGER SOLMECKE, Rechtsanwälte Partnerschaft mbB. URL: www.wbs-law.de
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