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Dokteronline.com ist eine der ersten und damit eine der bekanntesten Seiten, die Bestellung von Medikamenten und Gesundheitsprodukten über das Internet anbot. Das war vor gut anderthalb Jahrzehnten, ist im Bezug auf E-Health eher rückständigen Deutschland aber immer noch ein heiß diskutiertes Thema, um das sich zahlreiche Mythen und Befürchtungen ranken. Anlass für ein sachliche Einordnung des Unternehmens und seines Angebots, die Sie nachfolgend lesen können.

Was ist Dokteronline.com?

Dokteronline BewertungWichtige Frage – denn genau hier tauchen bei diesem Portal die ersten Missverständnisse auf. Dokteronline.com ist keine Apotheke und auch kein Arzt, sondern eine bei/mit Entwicklung des Internets entstandene neue Unternehmensform mit erklärungsbedürftigem Rechtsstatus.

Viele Online-Artikel sehen Information über die Rechtsform eines Unternehmens auch dann nicht als ihre Aufgabe an, wenn sie direkt über das Unternehmen berichten und diese Rechtsform Einfluss auf den Inhalt des Artikels hat (haben müsste): Die erste Seite Suchergebnisse weist Dokteronline.com in externen Seiten nacheinander als Online-Praxis, Online-Apotheke und Gesundheitsplattform aus, was eine für Kunden recht verwirrende Situation schafft.

Dokteronline.com selbst erklärt es genauer: Dokteronline.com sei ein medizinischer Online-Dienst, weder Internetapotheke noch Online-Arzt (Kurzbezeichnung, z. B. im Title-Tag: “Online-Ärztedienst”).

Die Dienste von Dokteronline.com selbst beschränkten sich auf Bereitstellung von Informationen rund um Gesundheit und Beschwerden, Behandlungsmöglichkeiten und Produkten, die die mit all diesen Themen zusammenhängen.

Auf Wunsch vermittle Dokteronline.com seine Kunden auch weiter an medizinische Spezialisten und/oder Apotheken mit EU-Gütezeichen (dazu 2., beides wird in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen, www.dokteronline.com/de/agb, Abschnitt “Unsere Dienstleistungen” genauestens erklärt).

Informationsangebot auf Dokteronline.com

Diese angekündigten Informationen werden auf Dokteronline.com auch geboten; kurz, knapp und sachlich zu jedem im Menü aufgeführten Punkt und jedem potenziell erhältlichen Medikament. Zu den Medikamenten gibt es neben Produktinformationen und den Packungsbeilagen (Beipackzetteln) ggf. auch über das Produkt hinausgehende Arzneimittelinformationen, hier drei Beispiele: 

Beim Potenzmittel Cialis wird darüber informiert, dass der Wirkstoff Tadalafil inzwischen auch eine EU-Zulassung für die Behandlung gutartiger Prostatavergrößerung hat (wird näher erklärt, Tadalafil soll die typischen Beschwerden beim Urinieren lindern).

Beim Antiadipositum Xenical sind in der Arzneimittelinformation 17 Unterpunkte mit Informationen hinterlegt. Diese kurzen Artikel informieren kompakt und präzise über den Wirkstoff Orlistat, der nur bei hohem Übergewicht (Fettsucht, Adipositas) eingesetzt wird, nicht immer hilfreich und für die Darmflora nicht unproblematisch ist; aber auch ganz allgemein über die Behandlung und Risiken von Übergewicht.

Unter dem Stichwort COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung) wird zunächst ein allgemeiner Überblick inklusive medikamentöser Therapieoptionen geboten. Dann werden einige Medikamente aufgeführt, die für die Therapie der COPD eingesetzt werden; darunter aber auch der Drogerieartikel Mucodyne mit Carbocystein, das nach neueren Forschungen (Quelle: ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5546781) COPD positiv beeinflussen kann.

Diese Informationen genügen gut informierten Patienten, die Beipackzettel lesen und sich (vor Bestellung) so lange über einzunehmende Medikamente informieren, bis sie das Gefühl haben, die möglichen Nebenwirkungen hinreichend einschätzen zu können. Diesen Patienten ist es egal, ob sie die notwendigen Informationen über das Internet, den eigenen Hausarzt oder einen Online vermittelten Arzt einholen.

Wenn sie von der Zulassungsausweitung bei Tadalafil noch nicht gehört haben, nehmen Sie das zum Anlass, über ihren Urologen (oder medizinische Informationsseiten im Internet, oder einen über Dokteronline.com vermittelten Arzt) mehr zu erfahren, ev. ein Medikament einsparen zu können.

Sie wissen auch längst, dass Xenical bei unzureichender Nahrungsresorption kontraindiziert ist und generell vermutlich nicht förderlich für eine gesunde Darmflora ist. Sie haben Überblick über die vielgestaltige Therapie der COPD, sind aber vermutlich ziemlich begeistert darüber, das “minimalinvasive” Carbocystein kennenzulernen (das ein deutscher Hausarzt als Drogerieprodukt eher selten erwähnen wird). 

Patienten ohne Vorkenntnisse reichen die gebotenen Informationen sicher nicht immer, aber weitere Info beim eigenen Hausarzt oder dem über Dokteronline.com vermittelten Arzt ist ja jederzeit möglich.

Dokteronline legal

Vermittlung

Dokteronline.com vermittelt seine Kunden auf Wunsch weiter an medizinische Spezialisten und Apotheken mit EU-Gütezeichen, Infos dazu seien der Rubrik “Über uns” zu entnehmen. Dort erklärt Dokteronline.com seine Vision “power to the patient“, hier gekürzt: Dokteronline.com findet, dass Sie selbst entscheiden sollten, welche Behandlung Sie wünschen. Darum bieten die Betreiber eine sichere Plattform mit informativer Website und Online-Gesundheitsservice, über den bei Bedarf auch eine Arztkonsultation in die Wege geleitet werden kann.

Dokteronline.com bringt Sie in Kontakt mit Ärzten und Apotheken, die in der EU zugelassen sind; bei rezeptpflichtigen Medikamenten entscheidet der entsprechende Arzt erst nach Online-Konsultation, ob das Arzneimittel geeignet ist. Freie oder von Arzt bewilligte Bestellungen werden von einer der Apotheken bearbeitet und dem Besteller schnellstmöglich ins Haus geliefert. Dokteronline.com möchte damit z. B. Patienten ansprechen, die bestimmte Symptome lieber nicht mit Ihrem Hausarzt besprechen.

Oder Patienten, die bestimmte Medikamente auf einem diskretem Weg erhalten möchten; die keine Zeit für Einkauf in der Apotheke oder Besuch beim Hausarzt haben; die auch dann größtmögliche Sicherheit bei der Medikamentenlieferung wollen, wenn die Medikamente schon aus therapeutischen Gründen ins Haus geliefert werden sollten… 

Zusammengefasst setzt Dokteronline.com damit auf den modernen, “mündigen Patienten”, der auch bei Beschädigungen, Beschränkungen und Krankheiten sein Schicksal selbst entscheidend mitbestimmen will. Inwieweit Patienten tatsächlich schon mündig sind oder sich auf (eine einzelne) Information eines Arzt verlassen und inwieweit überhaupt die ganze Telemedizin angebracht und nützlich ist, ist ein über die gesamte Breite der Gesellschaft heiß diskutiertes Thema.

Aber die Patienten mit Interesse für ihre Behandlung sind nach Medien- und Erfahrungsberichten auf dem Vormarsch und nach Meinung von Fachleuten nicht mehr aufzuhalten, ebenso wie die gesamte Telemedizin in ihren vielfältigen Ausprägungen von der E-Mail-Nachfrage bis zur Computer-unterstützten Operation. 

Welche Behandlungen können Patienten auf Dokteronline.com online kaufen?

Auf Dokteronline.com selbst kaufen Patienten überhaupt keine Behandlungen, da die Plattform nur als Vermittler fungiert. Das stellt Dokteronline.com in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen gleich im ersten Satz ausdrücklich klar: Durch Bestellung auf Dokteronline.com … gehen Sie einen direkten Vertrag mit einem … von Dokteronline.com bezeichneten Anbieter … ein.

Wer diese Anbieter sind, wird mehrfach und schon auf der “Über uns”-Seite erklärt: Dokteronline.com hat nach gegenwärtigem Stand Zugang zu 11 in der EU zugelassenen Ärzten und 8 in der EU zugelassenen Apotheken, die ausschließlich Original-Medikamente (renommierter Hersteller) liefern.

Kurz skizziert sieht es so aus: Ein Kunde wählt ein nicht rezeptpflichtiges Medikament auf der Website von Dokteronline.com, die Bestellung wird an eine der mit Dokteronline.com zusammenarbeitenden Apotheken weitergegeben, die den Kunden beliefert. Oder ein Patient wählt ein rezeptpflichtiges Medikament, wird an einen mit Dokteronline.com zusammenarbeitenden Arzt verwiesen, der die in den AGB beschriebene Konsultation durchführt, eventuell ein Rezept ausstellt, das an eine mit Dokteronline.com zusammenarbeitende Apotheke weiterleitet, die dann den Kunden beliefert. 

Angebot von Dokteronline.com im Überblick

Online-Ärzte seien nicht mit niedergelassenen Ärzten vergleichbar, weil sie nur prüfen, ob der Patient das gewünschte Medikament verträgt und ob es zu den vom Patienten gemachten Angaben passt. Eine darüber hinausgehende Beratung zu Krankheiten fände nicht statt. Tatsächlich sieht Dokteronline.com (wie vermutlich viele ähnliche Anbieter) laut Allgemeinen Geschäftsbedingungen die Konsultation als die grundsätzliche vermittelte ärztliche Dienstleistung; also die Entscheidung darüber, ob im gegebenen Fall ein Rezept ausgestellt werden kann.

Dokteronline.com leitet die Kunden-Anfragen an einen Arzt weiter, hat und nimmt keinen Einfluss auf den Verlauf der Onlinekonsultation. Aber Dokteronline.com verpflichtet den Patienten/Kunden sogar, insbesondere (jedoch nicht ausschließlich) bei gesundheitlichen Ratschlägen den eigenen Arzt oder andere qualifizierte Leistungsträger zur vorgeschlagenen Vorgehensweise zu konsultieren bzw. eine zweite oder dritte Meinung über Angemessenheit und Eignung der Behandlung einzuholen. Weiter wird in den ABG gewarnt: Kunden/Patienten müssten sich darüber im Klaren sein, dass die Tätigkeit des vermittelten Arztes gewissen Einschränkungen unterliegt, da bei Fernbehandlung keine körperliche Untersuchung und persönliche Beratung vor Ort erfolgen könne.

Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Dokteronline.com

Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Dokteronline.com sind für die gesamte Vertragsbeziehung entscheidend, und hier werden auch alle Einzelheiten des Verhältnisses zwischen Kunden/Patient, Arzt, Apotheke und Dokteronline.com genau beschrieben.

Wir könnten hier jetzt diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Dokteronline.com abschreiben, was aber nur eine Momentaufnahme wäre, die bei der nächsten Änderung der AGBs veraltet wäre; deswegen entspricht es auch der journalistischen Sorgfaltspflicht, wenn wir diesbezüglich auf das Original zu verweisen. Diese AGBs sind in ähnlichem Stil gehalten wie das Informationsangebot.

Klar und kurz werden auf nur 9 Seiten (Entsprechung normales Word-Dokument, Font Verdana, Schriftgröße 11) die Unterpunkte:

  • Annahme der Allgemeinen Geschäftsbedingungen;
  • Begriffsbestimmungen;
  • Allgemeine Beschreibung der Dienstleistungen (Dienstleistung, Funktion, Nutzung);
  • Vertragliche Beziehungen zwischen den Parteien;
  • Ärztliche Beratungsleistungen;
  • Änderung von Preisen, Produktangebot, Informationen;
  • Zahlung; Lieferbedingungen;
  • Stornierung und Rücksendung;
  • Haftungsfreistellung; Reklamationen;
  • Warenzeichen und Urheberrechte;
  • Sicherheit; Viren, Hacking und andere Verstöße;
  • Datenschutzerklärung; Minderjährige;
  • Anwendbares Recht; Gesamte Vereinbarung;
  • Kündigung / Sperrung des Zugangs;
  • Abtretung und Verzicht;
  • Salvatorische Klausel; Allgemeine Bestimmungen;
  • Überschriften; Kundenservice; Postadresse abgehandelt.

Die AGBs enthalten innerhalb dieser Überschriften und passend zum jeweiligen Thema auch alle Warnungen, die geboten bzw. zur Vermeidung der Selbstschädigung von Kunden/Patienten angebracht sind.

Unser Tipp!

Die Online-Kliniken bieten Patienten eine sichere und diskrete Alternative, ihre Behandlung mit Online Rezept zu bestellen. Hierzu genügt die Beantwortung einiger Fragen des Online Fragebogens, welcher vom Arzt geprüft wird. Nach Feststellung der Eignung für das Medikament wird das Online Rezept ausgestellt und das Medikament an Ihre Wunschadresse versendet. Klicken Sie hier um mehr zu erfahren.

Tipp der Redaktion von Online-Rezept.net

5/5

Rezept einlösen bei Dokteronline: Wie funktioniert der Service?

Wie der Service von Dokteronline.com genau funktioniert, wird auf der Seite www.dokteronline.com/de/so-funktionierts beschrieben, in einzelnen Punkten und auch mit einer anschaulichen Grafik zur Verdeutlichung des gesamten Ablaufs.

Hinweise auf die Abrechnung der Rezepte mit der Krankenkasse (die bei Bestellung auf Dokteronline.com dem Patienten überlassen bleibt) finden sich auf www.dokteronline.com/de/kundenservice/bestellen#werden-die-medikamente-von-der-versicherung-erstattet; unter europa.eu/youreurope/citizens/health/prescription-medicine-abroad/expenses-reimbursements/index_de.htm wird genau erklärt, wie Sie bei bei Ihrem Versicherungsträger eine Rückerstattung beantragen.

Der Arzt erhält für die Konsultation die normale landesübliche Vergütung; beim Preis für die Arznei könnten sich in anderen EU-Ländern Vorteile gegenüber der in Deutschland nach Arzneimittelpreisverordnung festgeschriebenen Preisermittlung ergeben; ob das die Dokteronline-Servicegebühr aufwiegt, muss jeweils einzeln berechnet werden.

Rezept einlösen bei Dokteronline

Customer Service und Lieferzeiten im Überblick

Auf jeder Seite des Dokteronline.com-Webangebots sind unten die Links rund um den Kundenservice zu finden. Dort wird unter den Stichpunkten Kontakt, Bestellungen, Bezahlen, Versand und Lieferung, Umtausch und Retour, FAQ der Bestellvorgang bis in letzte Detail und mit allen gebotenen Möglichkeiten erklärt.

Die dem Kunden gebotenen Möglichkeiten z. B. der Bezahlung sind zahlreich, die Lieferung scheint üblicherweise eher erstaunlich schnell als zu langsam erfolgen (schnelle Lieferung wird in den größtenteils positiven Erfahrungsberichten auffällig oft gelobt).

In den wenigen negativen Erfahrungsberichten (Prozente gleich unten) geht es dagegen auffällig oft um Schwierigkeiten mit der Lieferung. Damit geht es nicht um die Leistung von Dokteronline.com, und auch nicht um eine Leistungskomponente, die Dokteronline.com gut beeinflussen kann.

Im Hinblick auf die Schnelligkeit der Lieferung kann Dokteronline.com viel tun: Selbst schnell agieren, bei den vermittelten Ärzten und Apotheken auf schnelle Bearbeitung dringen, gute Organisationsstrukturen entwickeln und bereitstellen. Wenn es auf dem Lieferweg Schwierigkeiten gibt, kann sich Dokteronline.com lediglich als Servicepartner des Kunden engagieren, weil das (von der jeweiligen Apotheke gewählte) Versandunternehmen der Partner im Gesamtkonstrukt ist, auf den Dokteronline.com am wenigsten Einfluss hat.

Ein entsprechendes Engagement kann Dokteronline.com nachweisen, wenn der Kundendienst angerufen wird… Versand-Schwierigkeiten sind auch bei großen Unternehmen wie DPD, dem zweitgrößtem Paketdienst-Netzwerk Europas, heutzutage nicht selten; das liegt aber an der bei uns gesellschaftlich geduldeten Überforderung/Unterbezahlung der Mitarbeiter und nicht an Dokteronline. 

Customer Service von Dokteronline

Ist Dokteronline seriös und legal?

Ja, ist es, nach den im EU-Raum geltenden rechtlichen Vorschriften auch für rezeptpflichtige Medikamente, wenn die Bestimmungen des jeweiligen Landes eingehalten werden, in dem der durch Dokteronline vermittelte Arzt praktiziert (auf www.dokteronline.com/de/mediziner erfahren Sie, wie Sie das überprüfen können): Nach der Patientenmobilitätsrichtlinie kann ein Patient seit 2011 innerhalb der EU unter zugelassenen Ärzten frei seine Behandlung wählen.

Außer in Deutschland, das in einer aktuellen Bertelsmann-Studie mit 17 EU- und OECD-Ländern bei Digitalisierung des Gesundheitswesens den vorletzten Platz belegt (s. Quelle: gruenderszene.de), dürfen Ärzte wohl schon überall in der EU Fernbehandlungen vornehmen und dabei auch Online-Rezepte ausstellen.

Niederländische Ärzte dürfen beides, Dokteronline kann die Berechtigungen nachweisen, auf Wunsch wird der jeweilige Arzt sicher auch Einsicht gewähren. Aber auch in Deutschland ist das in der Berufsordnung festgeschriebene Fernbehandlungsverbot am Kippen: Mai 2018 beschloss der Deutsche Ärztetag eine neue Musterberufsordnung, die deutschen Ärzten Fernbehandlung über digitale Medien erlaubt und nun von den Landesärztekammern in die Berufsordnungen der einzelnen Länder überführt wird.

Deutschen Bürgern steht es auch frei, Arzneimittel bei Versandapotheken anderer europäischer Staaten zu bestellen. Diese Apotheken müssen innerhalb des im Land geltenden Rechts handeln und dürfen nur Medikamente verschicken, die in Deutschland zugelassen sind; die Arzneien müssen in deutsch beschrifteten Packungen und deutschsprachigen Packungsbeilagen verschickt werden.

Das Bundesgesundheitsministerium weist weiter darauf hin, dass Verbraucherinnen und Verbraucher bei Online-Bestellungen von Arzneimitteln auf seriöse Anbieter achten sollten und stellt das zur Förderung dieses Zwecks geschaffene gemeinsame europäische Versandhandelslogo vor. Dieses müssen alle Apotheken und sonstige Unternehmen in der EU auf ihren Websites zeigen, wenn sie öffentlich über das Internet Arzneimittel für Menschen zum Verkauf anbieten. 

Die Einfuhr nicht rezeptpflichtiger Gesundheitsprodukte richtet sich nach den EU-Einfuhrbestimmungen, denen diese (apotheken- aber nicht rezeptpflichtigen) Arzneimittel, Nahrungsergänzungsmittel oder Lebensmittel jeweils unterliegen. Die Einfuhr von (rezeptpflichtigen) Arzneimitteln aus dem EU-Ausland und EWR-Staaten (auch mittels Postversand an deutsche Bürger) wird grundsätzlich im Arzneimittelgesetz (AMG, gesetze-im-internet.de) geregelt, dessen 13. Abschnitt, §§ 72 ff., sich mit Einfuhr und Ausfuhr beschäftigen. Nach § 72 ist z. B. die Erlaubnis der zuständigen Behörde erforderlich.

Nach § 73 AMG dürfen zulassungs-, genehmigungs- oder registrierungspflichtige Arzneimittel nur eingeführt werden, wenn diese Arzneimittel zum Verkehr in Deutschland zugelassen, genehmigt, registriert oder von Zulassung und Registrierung freigestellt sind. 

Für den Versand an Endverbraucher schreibt § 73 Abs. I 1a vor, dass das Arzneimittel von einer Apotheke eines EU-Mitgliedstaates/EWR-Vertragsstaates vorschriftsgemäß versendet wird, die nach ihrem nationalen Recht (soweit dies dem deutschem Recht im Hinblick auf Versandhandels-Vorschriften entspricht) oder deutschem Apothekengesetz Versandhandel betreiben darf.

Unter www.bundesgesundheitsministerium.de ist die entsprechende Auflistung des Bundesgesundheitsamtes zu finden. Bei normalen verschreibungspflichtiges Medikament ist für Patienten Erwerb und Besitz auch dann nicht strafbar, wenn der Versand nicht legal wäre. Nur illegale Einfuhr z.B. über Apotheken, die nicht auf der EU/EWR-Länder-Ausnahmeliste stehen, könnte eine Ordnungswidrigkeit sein.

Dass auf Dokteronline.com europäisches Recht anwendbar ist, ist der Website an mehreren Stellen zu entnehmen, natürlich auch den für die vertraglichen Beziehungen entscheidenden AGB: Auf den Vertrag des in Curacao ansässigen Unternehmens (Dokteronline.com ist eine Online-Plattform der eMedvertise N.V., Willemstad, Curacao, Königreich der Niederlande, das steht unten auf jeder Seite) findet grundsätzlich das Recht von Curaçao und damit niederländisches Recht Anwendung. Der Kunde verpflichtet sich, sich dieser Gerichtsbarkeit zu unterwerfen; nur Streitfälle, bei denen die Bestellungen über Klarna gezahlt wurden, unterliegen britischer Gerichtsbarkeit. 

Rezept abgelehnt bei Dokteronline.com: die möglichen Gründe

Laut der AGB von Dokteronline.com agiert der vermittelte, behandelnde Arzt bei Erstellung der Konsultation unabhängig und ohne Beeinflussung durch Dokteronline.com. Er ist also nicht gezwungen, bestimmte Medikamente zu verschreiben, und wird das bei nur leisen Zweifeln auch nicht tun. Denn der jeweilige Arzt unterliegt dem jeweiligen Standes- und Berufsrecht des EU-Landes, in dem er praktiziert (in der Regel also wohl niederländischem Recht) und dazu noch allen rechtlichen Sondervorschriften rund um den Versandhandel. 

Der “Online-Arzt” muss also im Interesse des Patienten, aber auch im eigenen Interesse bei Verschreibung rezeptpflichtiger Medikamente höchste Vorsicht walten lassen. Dokteronline weist auch in seinen AGB darauf hin, dass sich der bestellender Kunde immer dann erst oder auch mit seinem regulären Arzt oder Apotheker beraten solle, wenn dies unter Blick auf die Gesundheit erforderlich erscheint und führt an mehreren Stellen auf, wann das üblicherweise ratsam ist.

Dokteronline Erfahrungsberichte bei Trustpilot im Überblick

Der aktuelle Erfahrungsbericht ist unter de.trustpilot.com abzurufen. Bei Abruf Januar 2019 stellte sich das Bild wie folgt dar: Über 7.500 Bewertungen, davon 88 % hervorragend, 8 % gut, 2 % akzeptabel, 1 % mangelhaft und 2 % ungenügend.

Bei näherem Blick auf die mangelhaften und ungenügenden Bewertungen zeigt sich zunächst, dass hier eine beträchtlichen Zahl der Kunden die Verantwortungssphären falsch einschätzt: Ein großer Teil dieser Kunden bemängelte Fehler des Versandunternehmens (ohne die im Kundenservice von Dokteronline erklärte Sendungs-Rückverfolgung einzuleiten). Davon erhielt ein guter Teil der Kunden eine Benachrichtigung vom Paketdienst, hat die Lieferung aber nicht von der Packstation abgeholt.

Ein beachtlicher Teil bewertete die Lieferung negativ, weil das Medikament nicht wirkte (im Sinne von “die Kopfschmerzen gehen nicht weg”, nicht als Fälschungsverdacht, bei dem eine Untersuchung über Dokteronline/die Apotheke auszulösen wäre). Weiter wird gelegentlich die Lieferung englischer Verpackungen/Beipackzettel bemängelt, ganz klar gesetzeswidrig, aber noch schneller durch download auf Dokteronline zu heilen als durch Nachforderung über Dokteronline, die selbstverständlich auch möglich ist.

Mehrfach wurde mangelhaft oder ungenügend angeklickt, aber im Kommentartext heiße es dann: “bin mit Bestellung und Ablauf sehr zufrieden”, “Super schnelle Lieferung” “absolut vertrauenswürdiger Anbieter mit schneller und zuverlässiger Lieferung” … Sicher sind viele Kunden mit der Online-Bestellung von Medikamenten überfordert und dürfen das auch sein, aber in Deutschland gibt es auch für bewegungsbeschränkte Kunden viele Hilfen, die im Ergebnis zur Lieferung der Medikamente über Hausarzt/Hausapotheke führen.

Tramadol kaufen bei Dokteronline: ein Skandal 2017

2017 gab es einen vermeintlichen Skandal um Dokteronline.com: Am 21.05.2017 wird auf Spiegel TV ein Beitrag zu Suchtgefahren bei Schmerz- und Hustenmitteln gesendet: s. Quelle spiegel.tv.

Der von apotheke-adhoc.de als “reißerisch” bezeichnete Beitrag beginnt mit einem Mann, der sich gegen Grippe Hustenmittel mit Opiaten verschreiben ließ, wegen der beruhigenden Wirkung immer wieder, in größeren Mengen, bis er davon 3 Flaschen am Tag getrunken hat und zum Schluss 8 Ärzte beschäftigte, die ihm 10er-Packungen verschrieben (von Online-Bestellung ist nicht die Rede).

In dem recht verwirrend geschnittenen Artikel wird eine deutsche Apotheke erwähnt, die mit Dokteronline zusammengearbeitet hat, als das noch erlaubt war, dies aber seit den Gesetzesänderungen, die das seit Dezember 2016 verbieten, nicht mehr tut (was im Beitrag nicht erwähnt wird).

Bei Minute 1:46 wird für 1, 2 sek eine Flasche Tramadol 30 ml eingeblendet, danach das unter das Betäubungsmittelgesetz fallende transdermale Pflaster mit Wirkstoff Fentanyl 2,1 mg, dann spricht der bekannte Pharmakologe Prof. Gert Glaeske vom dramatischen Umsatz “der Arzneimitteln, die wir als Betäubungsmittel beschreiben“.

Später fordert Spiegel TV ein Rezept über Tramadol an, aus diesem Rezept des damals verschreibenden tschechischen Arztes wird der Satz “I certify that this prescription is written based upon a valid physician-patient relationship with my patient” teils mit gelbem Marker betont groß eingeblendet, die Sprecherin bemerkt dazu, dass dort ein angeblicher Arzt-Patienten-Kontakt vermerkt sei.

Tatsächlich heißt dieser Satz übersetzt: “Ich bestätige, dass dieses Rezept auf der Grundlage einer gültigen Arzt-Patienten-Beziehung zu meinem Patienten geschrieben wird“. Der Arzt wird in Prag gesucht, allerdings sucht ihn der Spiegel-Mitarbeiter unter seinem Vornamen Claudiu, was im “Gebäude mit zahlreichen Büros” nicht von Erfolg gekrönt ist. Tramadol taucht wieder in der Untersuchung eines Toxikologen auf, der an der Qualität des gelieferten Medikaments nichts auszusetzen hat, aber bemerkt, dass es bei missbräuchlicher Anwendung ja oft so sei, dass viele Substanzen gleichzeitig eingenommen werden, oft spiele Alkohol auch noch eine große Rolle, und dann könne es natürlich gefährlich werden, weil sich die Wirkungen teilweise gegenseitig verstärken …

Denn Tramadol fällt in Deutschland nicht unter das Betäubungsmittelgesetz, im Bericht über die entsprechende Entscheidung des Sachverständigenausschusses im zuständigen Bundesinstitut aus dem Jahr 2011 (s. Quelle bfarm.de) können Sie die Gründe nachlesen (geringes Abhängigkeitspotential, Unterstellung unter Betäubungsmittelgesetz wissenschaftlich nicht begründbar und unangemessen).

Dennoch hat sich Dokteronline seit Dezember 2017 mit einem “wichtigen Update hinsichtlich Tramadol-enthaltender Produkte“, das auf jeder anderen Dokteronline-Seite mit Tramadol-haltigen Produkten zu lesen ist, (vorübergehend) aus dem Verkauf von Tramadol zurückgezogen.

Es gibt weitere Arzneien auf Dokteronline, bei denen die Online-Verschreibung kritisch erscheint. Ob es allerdings ein Gewinn ist, wenn solche Arzneien dann im Zweifel auf Seiten wie expressdoktor.com/tramadol mit Sitz in Anguilla, British West Indies bestellt werden, wäre dann die gebotene Anschlussfrage.

Alternative zu Dokteronline.com

Allen, welche auf der Suche nach einer sicheren und legalen Alternative zum Service von Dokteronline sind, können wir Treated.com empfehlen (s. unseren Artikel Treated.com Erfahrungen und Test).

Treated.com ist ein in Großbritannien zugelassener, medizinischer Dienstleister und bietet private Online Konsultationen, Rezeptausstellung & den Versand von rezeptpflichtigen Original Medikamenten an. Treated.com wird sowohl von der MHRA, dem englischen Äquivalent zum BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte), als auch der Care Quality Commission (unabhängige Regulierungsbehörde für Pflege und Gesundheit in England) reguliert.

Darüber hinaus ist die Versandapotheke von Treated.com beim General Pharmaceutical Council gelistet, welche in Großbritannien für die Regulierung von Apotheken & Apothekern  zuständig ist.

Treated.com Erfahrung

Bei allen Medikamenten, welche von Treated.com versendet werden, handelt es sich dahingehend um originale Medikamente, welche auch in einer lokalen Apotheke abgegeben werden würden. Dies umfasst sowohl Marken Präparate als auch deren Generika. Treated.com verschickt somit ausschließlich Medikamente, welche von der MHRA zugelassen sind.

In einigen Fällen können auf Treated.com Medikamente zur sogenannten “Off-Label” Nutzung verschrieben werden. Dies bedeutet, dass ein Arzt ein Medikament zur Behandlung verschreiben kann, obwohl dieses ursprünglich zur Behandlung eines anderen Krankheitsbildes zugelassen wurde.

Auch Ihr Hausarzt kann eine solche “Off-Label” Verwendung von Medikamenten anordnen, wenn dies dem Behandlungserfolg zuträglich ist. Auf Treated.com wird dies in der Beschreibung des Medikaments immer mit angegeben (ein Beispiel ist das Medikament Diamox, welches primär zur Behandlung des grünen Stars verschrieben wird aber ebenfalls zur Behandlung der Höhenkrankheit Anwendung findet).

Das Preismodell bei Treated.com ist transparent. Alle ausgezeichneten Preise beinhalten die Konsultation, die Rezeptausstellung sowie die Kosten für das Medikament und dessen Versand.

Auf Trustpilot, einem externen Bewertungsportal, erhält Treated.com 9.6 von 10 Punkten. Dies ist insbesondere auf die hohe Servicequalität des Anbieters zurückzuführen.

Zur Kontaktaufnahme steht das Serviceteam sowohl per Telefon, Live Chat, E-Mail und Kontaktformular zur Verfügung. Die Antwortzeiten sind exzellent und bieten die notwendige Sicherheit, welche von einem medizinischen Dienstleister erwartet werden können. Ebenfalls exzellent ist der Umfang der Dienstleistung. So werden auf Treated.com aktuell 75 verschiedene Krankheitsbilder behandelt und hierzu 261 verschiedene Medikamente verschrieben. Ebenfalls überzeugend ist die benutzerfreundliche und gut strukturierte Website.

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Quellen:

  1. Patientenmobilitätsrichtlinie. In: Bundesministerium für Gesundheit (BMG). URL: www.bundesgesundheitsministerium.de, abgerufen am 30. Dezember 2018.
  2. Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information. URL: www.dimdi.de, abgerufen am 30. Dezember 2018.
  3. Deutschland landet bei Studie über digitale Gesundheit auf dem vorletzten Platz. In: Gründerszene, URL: www.gruenderszene.de, abgerufen am 30. Dezember 2018.
  4. Per Mausklick zum Arzt – Der Doktor wird digitaler. In: NRZ.de. URL: www.nrz.de, , abgerufen am 28. Dezember 2018.
  5. Gesetz über den Verkehr mit Arzneimitteln (Arzneimittelgesetz – AMG). URL: www.gesetze-im-internet.de
  6. Sachverständigenausschuss für Betäubungsmittel nach § 1 Abs. 2 BtMG. In: Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM, Bonn). URL: www.bfarm.de, agerufen am 29. Dezember 2018.
  7. Geschäft mit Schmerzmitteln: Opium fürs Volk. In: Spiegel.tv. URL: www.spiegel.tv, abgerufen am 25. Dezember 2018.
  8. Lothar Klein: Spiegel TV: Apotheker am Pranger. In: APOTHEKE ADHOC. URL: www.apotheke-adhoc.de, abgerufen am 25. Dezember 2018.
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