Etwa acht Prozent aller Männer leiden unter Potenzproblemen – und viele davon greifen zu Viagra als Gegenmittel. Mittlerweile gibt es allerdings auch wirksame Alternativen zu Viagra, die eine Lösung für Erektionsstörungen darstellen können.

Cialis als die bekannteste Alternative zu Viagra

Eine beliebte Alternative zu Viagra ist Cialis, das den aktiven Wirkstoff Tadalafil enthält. Dieser Wirkstoff gehört zur Gruppe der Phosphodiesterase Typ-5 Hemmer und entspannt bei der Einnahme die Blutgefäße. Dadurch kann das Blut einfacher in den Penis fließen. Cialis ist verschreibungspflichtig und sollte daher nur unter der Aufsicht eines Arztes eingenommen werden.

Cialis

Eckdaten zu Cialis

  • Markenname: Cialis
  • Aktiver Wirkstoff: Tadalafil
  • Wirkstoffklasse: PDE-5 Hemmer
  • Hersteller: Lilly
  • Rezeptpflicht: rezeptpflichtig

Einnahme

Cialis sollte mindestens 30 Minuten vor dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden, damit der Wirkstoff sich entfalten kann. Dabei ist zu beachten, dass sich die Zeit bis zum Eintritt der Wirkung von Einnahme zu Einnahme stark unterscheiden kann. Im Idealfall werden daher etwa zwei Stunden eingeplant.

Das Tadalafil wirkt bis zu 36 Stunden. Im Gegensatz zu Viagra haben Mahlzeiten keinen Einfluss auf die Wirkung von Cialis. Damit kann die Einnahme recht frei erfolgen.

Neben- und Wechselwirkungen

Wie auch bei Viagra kann es bei der Einnahme von Cialis zu Nebenwirkungen kommen. Durchschnittlich treten bei etwa 14 % der Männer Kopfschmerzen auf, bei 4 % kommt es zu einer Gesichtsrötung. Mit etwa 10 % kommen auch Verdauungsstörungen recht häufig vor. In manchen Fällen kann es zu Rückenschmerzen und verstopfter Nase kommen, Sehstörungen konnten bei Studien nicht festgestellt werden.

Wechselwirkungen können bei der Einnahme von Mitteln wie Ketoconazol oder Erythromycin auftreten, die zur Behandlung bakterieller Infektionen eingesetzt werden. Das Behandlungsmittel Ritonavir, das häufig bei HIV angewandt wird, können die Wirkung und die Nebenwirkungen des Tadalafils verstärken. Selbiges gilt für Grapefruitsaft, der den Abbau des Wirkstoffs verhindert. Ebenso sollte auf die Einnahme verzichtet werden, wenn bereits gefäßerweiternde Mittel angewandt werden.

Levitra (Vardenafil)

Levitra wird von Bayer hergestellt und beinhaltet den Wirkstoff Vardenafil, der in den Dosierungen 5mg, 10mg und 20mg erhältlich ist. Ebenso wie Cialis hemmt Levitra die Wirkung des Enzyms Enzym Phosphodiesterase-5, das die Blutzufuhr zum Penis vermindert und Erektionen so beeinträchtigt. Damit ermöglicht Levitra eine stärkere und länger andauernde Erektion, indem die ausreichende Blutzufuhr zum Penis ermöglicht wird.

Potenzmittel Levitra

Eckdaten zu Levitra

  • Markenname: Levitra
  • Aktiver Wirkstoff: Vardenafil
  • Wirkstoffklasse: PDE-5 Hemmer
  • Hersteller: Bayer
  • Rezeptpflicht: rezeptpflichtig

Einnahme

Levitra sollte etwa 25 bis 60 Minuten vor dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden. Bei manchen Männern tritt die Wirkung schon nach zehn Minuten ein, allerdings gibt es auch hier große Unterschiede. Im Idealfall wird etwa eine Stunde eingeplant, damit das Potenzmittel seine Wirkung entfalten kann.

Levitra wirkt zwischen vier und fünf Stunden lang. Bei der Einnahme ist zu beachten, dass der Wirkstoff Vardenafil durch die Einnahme von Mahlzeiten beeinflusst werden kann. Die Wirkung ist bei sehr fettreicher Mahlzeit vermindert.

Neben- und Wechselwirkungen

Bei der Einnahme von Levitra kam es in Studien bei etwa 14 % der Teilnehmer zu Kopfschmerzen, bei 11 % waren Gesichtsrötungen bemerkbar. Rückenschmerzen und Sehstörungen konnten nicht festgestellt werden, jedoch litten fast 4 % der Teilnehmer unter Verdauungsstörungen und über 9 % unter einer verstopften Nase.

Levitra ist allgemein gut verträglich, in Kombination mit anderen Medikamenten kann es aber zu Wechselwirkungen kommen. Nitrate, die bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Herzschmerzen eingesetzt werden, dürfen nicht gemeinsam mit Vardenafil eingenommen werden. Selbiges gilt für HIV-Mittel Ritonavir und Mittel gegen Pilzerkrankungen, zu denen unter anderem Ketoconazol gehört.

Spedra (Avanafil)

Das Potenzmittel Spedra beinhaltet den Wirkstoff Avanafil und wird im Vergleich zu anderen Präparaten in einer recht hohen Dosierung angeboten:

  • 50mg
  • 100mg
  • 200mg

Spedra wirkt gegen erektile Dysfunktionen, indem Avanafil als Hemmstoff gegen Phosphodiesterase Typ 5 wirkt. Die Gefäße werden erweitert und das Blut kann besser in den Penis strömen. Für eine Erektion ist eine sexuelle Stimulation Voraussetzung.

Spedra

Eckdaten zu Spedra

  • Markenname: Spedra
  • Aktiver Wirkstoff: Avanafil
  • Wirkstoffklasse: PDE-5 Hemmer
  • Hersteller: Meranini Berlin Pharma
  • Rezeptpflicht: rezeptpflichtig

Einnahme

Spedra wird ungefähr 30 Minuten vor dem Geschlechtsverkehr eingenommen, wobei dabei auf fettreiche Mahlzeiten verzichtet werden sollte: Diese hemmen die Wirkung des Avanafils. Die Wirkungsdauer von Spedra beträgt etwa sechs Stunden.

Neben- und Wechselwirkungen

Bei Spedra können in manchen Fällen unerwünschte Nebenwirkungen auftreten, diese wurrden in Studien allerdings bei weniger Teilnehmern beobachtet als bei vergleichbaren Potenzmitteln. Kopfschmerzen traten bei etwa 7% der Teilnehmer auf, etwa 4 % der teilnehmenden Männer konnten eine Gesichtsrötung feststellen. Verstopfte Nasen und Rückenschmerzen lagen bei jeweils 2 % der Teilnehmer vor.

Eine Einnahme von Spedra sollte mit dem Arzt abgeklärt werden, da bei der Wirkung von Avanafil die Risiken der sexuellen Aktivität auf das Herz bedacht werden sollten. Der Wirkstoff selbst ist dabei unbedenklich, jedoch muss die körperliche Belastung während des Geschlechtsverkehrs beachtet werden.

Wie auch bei vielen anderen Potenzmittel kann es bei der Einnahme von Spedra zu Wechselwirkungen mit Nitraten kommen. Selbiges gilt für Pilzmittel. Auf diese Medikamente sollte daher verzichtet werden. Die Wirkung des Avanafils kann außerdem durch Virenhemmer und Antileptika gehemmt werden.

Potenzmittel MUSE (Medicated Urethral System for Erection)

Das Mittel MUSE beinhaltet den Wirkstoff Alprostadil. Alprostadil verbessert die Blutzufuhr zum Penis, indem es die Muskulatur im Bereich des Penis entspannt, und sorgt dadurch dafür, dass die Erektion dauerhafter und stärker ist.

Potenzmittel MUSE

Eckdaten zu MUSE (Medicated Urethral System for Erection)

  • Markenname: MUSE (Medicated Urethral System for Erection)
  • Aktiver Wirkstoff: Alprostadil (Prostaglandin E1)
  • Wirkstoffklasse: Prostaglandin-Analoga
  • Hersteller: Meda
  • Rezeptpflicht: rezeptpflichtig

Einnahme

Im Gegensatz zu Viagra wird MUSE als Potenzmittel nicht oral eingenommen, sondern direkt über den Penis zugeführt. Die Stäbchen, die eine kleine Tablette mit dem Wirkstoff enthalten, werden direkt in die Harnröhre eingeführt. MUSE sollte erst angewandt werden, wenn die Verwendung mit einem Arzt abgeklärt wurde.

Neben- und Wechselwirkungen

Die Nebenwirkungen dieses Potenzmittels zeigen sich häufig im Bereich des Genitals: Nach dem Einführen der Stäbchen kann ein leichtes Brennen in der Harnröhre auftreten. Hier kann auch ein leichter Schmerz auftreten.

Neben den Beschwerden im Genitalbereich kann es bei der Einnahme von MUSE auch zu grundlegenden Nebenwirkungen kommen. Dazu gehören Kopfschmerzen und Müdigkeit, in manchen Fällen fühlt sich der Mann auch müde, was oft mit einem niedrigen Blutdruck einhergeht. Prinzipiell ist MUSE gut bekömmlich und kann von fast allen Männern angewandt werden, die unter Impotenz und Erektionsstörungen leiden. In seltenen Fällen sind allerdings Gegenanzeigen bekannt: Männer mit Schwellkörperimplantaten sollten MUSE nicht anwenden.

Ebenso sollte auf die Verwendung von MUSE bei Entzündungen der Vorhaut, der Eichel oder der Harnröhre verzichtet werden. Personen, die an herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden, sollten die Einnahme in jedem Fall mit dem Arzt absprechen. Nach der Einnahme von MUSE tritt die Wirkung nach etwa zehn Minuten ein. Die Wirkung dauert bis zu einer Stunde an.

SKAT für die Steigerung der Potenz

SKAT ist ein Akronym, das für die Schwellkörper-Autoinjektionstherapie steht. Diese Methode stellt eine Alternative zu klassischen Potenzmitteln dar, die oral eingenommen oder in Form von Tabletten in den Penis eingeführt werden.

Als Wirkstoff bei der SKAT wird meistens Alprostadil oder Papaverin verwendet. Diese Wirkstoffe verbessern die Durchblutung des Penis und sorgen so für eine verbesserte Erektion. Im Gegensatz zu anderen Potenzmitteln, die in der Regel als PDE-5-Hemmer fungieren, wirkt die SKAT auch ohne sexuelle Erregung. Die SKAT wird häufig dann eingesetzt, wenn medikamentöse Potenzmittel keine Wirkung zeigten.

Bei der SKAT wird der Wirkstoff direkt in den Penis injiziert. Die Prozedur erfolgt mit einer hauchdünnen Nadel, vor der viele Männer zunächst zurückschrecken – die Behandlung ist allerdings kaum zu spüren. Zudem ist die Handhabung der Spritze mit etwas Übung recht einfach.

Die Wirkung tritt nach wenigen Minuten ein und kann zwischen einer halben Stunde und drei Stunden anhalten. In manchen Fällen kann die Erektion länger als drei Stunden andauern, wodurch es zu Schmerzen kommen kann. Die SKAT kann zu Blutergüssen an der Einstichstelle führen. Auch bei der zusätzlichen Einnahme von Gerinnungshemmern ist auf die SKAT zu verzichten.

Sonstige Alternativen zu Viagra

Auch abseits von klassischen Medikamenten mit gefäßerweiternden Wirkstoffen kann erektilen Dysfunktionen entgegengewirkt werden. Pflanzliche Mittel können zu diesem Zweck ebenso eingesetzt werden wie mechanische Mittel.

Pflanzliche Potenzmittel

Der Strauch Damiana stammt aus Amerika und gilt bei den dortigen Ureinwohnern schon lange als Heilpflanze. Diese Pflanze soll eine entspannende, krampflösende Wirkung auf die Muskulatur im Genitalbereich haben – sowohl bei Frauen als auch bei Männern.

Die Inhaltsstoffe, die bei der Damiana gegen die Erektionsstörung wirken, sind die Terpenen. Diese fördern die Durchblutung und wirken aphrodisierend. Auch die Pflanze Bischofsmütze wird bei Potenzstörungen eingesetzt. Die Extrakte dieser Pflanze sollen anregend wirken und zu Veränderungen des Hormonhaushalts führen: Die Libidio wird verstärkt und die Samenproduktion des Mannes gesteigert.

Die Bischofsmütze gilt als pflanzliches Viagra und beinhaltet den Wirkstoff Icariin, der wie synthetische Potenzmittel als PD-5-Hemmer wirkt.

Auch die Aminosäure L-Arginin gilt als natürliches Potenzmittel. Arginin soll nicht nur die Potenz erhöhen, sondern auch die Samenproduktion unterstützen. Arginin wird vom Körper selbst produziert und unterstützt eine gesunde Herz-Kreislauf-Funktion. Bei der gezielten Einnahme von L-Arginin soll eine Entspannung der Muskeln und der Gefäße erfolgen, die die Blutzufuhr zum Penis fördert.

Aminosäure L-Arginin

Mechanische Potenzmittel

Zu den beliebtesten mechanischen Erektionshilfen gehört die Vakuumpumpe. Diese erzeugt einen Unterdruck, durch den Blut in den Schwellkörper fließt. Bei der Anwendung der Vakuumpumpe wird ein durchsichtiger Zylinder aus Plastik über den Penis gesteckt. Mit einer Handpumpe wird dann der benötigte Unterdruck erzeugt. Die Vakuumpumpe wird häufig mit einem Penisring kombiniert: Dieser wird um die Peniswurzel gelegt, sobald ausreichender Unterdruck erzeugt wurde. Dadurch soll das Blut im Penis gehalten werden, ein Rückfluss wird verhindert.

Penisringe werden auch eingesetzt, wenn eine Erektion noch auf natürliche Weise erreicht werden kann. Um ein vorzeitiges Erschlaffen zu verhindern, wird der Penisring verwendet. Der Penisring darf nicht länger als eine halbe Stunde getragen werden. Andernfalls kann es zu Störungen in der Blutversorgung des Körpers kommen.

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Quellen:

  1. Gebrauchsinformation Cialis. In: Lilly Deutschland GmbH. URL: cialis.de
  2. Männer schätzen lange Wirkdauer von Tadalafil. In: Springer Medizin Verlag GmbH. URL: aerztezeitung.de
  3. A multicenter, randomized, double-blind, crossover study of patient preference for tadalafil 20 mg or sildenafil citrate 50 mg during initiation of treatment for erectile dysfunction. Govier F. et al. URL: ncbi.nlm.nih.gov
  4. The Real-Life Safety and Efficacy of vardenafil (REALISE) study: results in men from Europe and overseas with erectile dysfunction and cardiovascular or metabolic conditions. Van Ahlen H et al. (2010) URL: ncbi.nlm.nih.gov
  5. Längere Erektionsdauer mit Vardenafil. Deutscher Apotheker Verlag Dr. Roland Schmiedel GmbH & Co. KG. URL: deutsche-apotheker-zeitung.de
  6. Avanafil|Spedra®. Neue Arzneistoffe. Pharmazeutische Zeitung online: DIE ZEITSCHRIFT DER DEUTSCHEN APOTHEKER. Letzte Aktualisierung: 13.06.2016. URL: pharmazeutische-zeitung.de
  7. Studie-Quelle: Spedra: EPAR – Summary for the public European Medicines Agency. EMA/58674/2015 URL: ema.europa.eu
  8. Sexual Enhancement Products for Sale Online: Raising Awareness of the Psychoactive Effects of Yohimbine, Maca, Horny Goat Weed, and Ginkgo biloba. Ornella Corazza et al, Biomed Res Int. 2014; 2014: 841798. URL: ncbi.nlm.nih.gov
  9. Erektile Dysfunktion: Therapie. In: Apotheken Umschau, Gesundheits-Tipps und Infos zu Medizin, Krankheiten, Therapien, Laborwerten und Medikamenten.. URL: apotheken-umschau.de
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